18. Mai 2012
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Kultur: „Der Kampf geht weiter“: Roberto Savianos neues Buch

Roberto SavianoDie Machenschaften von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi, die merkwürdigen Begleitumstände beim Unglück des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“, die milliardenschweren Löcher im Landeshaushalt: Es scheint etwas faul zu sein in Italien – und kaum jemand kritisiert das derzeit so harsch und offen wie Roberto Saviano.

Der vielfach preisgekrönte Schriftsteller und Journalist prangert in seinem neuesten Buch mit dem programmatischen Titel „Der Kampf geht weiter“ nicht mehr nur das kriminelle Vorgehen der Mafia an, sondern hat seine Anklage längst ausgeweitet: „Ich habe das Gefühl, dass die Demokratie ernsthaft in Gefahr ist.“

Wer Missstände kritisiere, werde nicht etwa ernst genommen, sondern verbannt und öffentlich niedergemacht. „Was passiert in Italien, wenn man den Herrschenden in die Quere kommt? Es wird eine Maschinerie in Gang gesetzt.“ Dossiers würden angefertigt, willfährige Journalisten angeworben, die Gegner würden mit Hilfe der Medien und durch Erpressung diffamiert.

Berlusconi selbst habe gedroht, ihn zu „erwürgen“, andere warfen ihm Vaterlandsverrat vor. Der Vorwurf verletze ihn sehr, schreibt Saviano, denn er schreibe doch nur, um seinem trotz allem geliebten Italien zu helfen. Auch in seinem neuen Buch geht Saviano nicht überblicksartig vor, sondern reiht die meist grausamen Fakten zur Mafia in verschiedenen Zusammenhängen eher sprunghaft aneinander, durcheinandergewürfelt mit anderen Themen. Das wirkt oft verwirrend und nimmt dem Buch die Konstanz: Während einige Seiten erschaudern lassen, sind andere eher zäh zu lesen.

08.02.2012