18. Mai 2012
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Ernte 2011: Olivenbauern ziehen Bilanz

Di BennardoWas in Südligurien als „aussergewöhnliche schlechtes" Ertragsjahr in die Geschichte eingeht, ist in anderen Regionen Italiens glücklicherweise nicht der Fall: Die Olivenernte ist zufriedenstellend ausgefallen. GO-Italy hat sich mit zwei Oelproduzenten unterhalten.

„Die diesjährige Ernte ist mehr oder weniger wie die letztjährige ausgefallen", erzählt Olivenproduzent Giovanni Di Bennardo und erklärt: „Unsere Olivenbäume sind so gepflanzt, dass es jedes Jahr zur Oelproduktion kommt." Geerntet werde pro Baum durchschnittlich 10 Kilogramm Oliven, was nur gerade 1,2 Liter Oel entspricht. Ein Ertrag, der die Kosten pro Liter in die Höhe treibt. So gilt das „olio extravergine Di Bennardo Superiore" mit CHF 120.-. pro Halbliter als eines der teuersten Olivenöle der Welt. "Das Superiore stammt von 300-400jährigen Bäumen und wird aus einer einzigen Olivensorte hergestellt, die ausschliesslich von Hand gelesen wird", erklärt der Jungunternehmer, der sein Olivenöl in Sizilien produzieren lässt und in der Schweiz vertreibt. Das Superiore sei nicht im Handel, sondern werde für Privatkunden auf Anfrage hergestellt. Sogar eine Warteliste gebe es. „Ich setze lieber auf Qualität statt Quantität", erklärt er. Dazu gehört, die Oliven spätestens sechs bis acht Stunden nach der Ernte zu verarbeiten, in einer Oelmühle, die sich in unmittelbarer Nähe des Olivenhains befindet. Mit dem diesjährigen Oel sei er sehr zufrieden: „Es ist ein mittelfruchtiges Olivenöl, lieblich und nicht zu herb, was durch einen trockenen Sommer mit etwas Regen im September ermöglicht wurde." Der Erfolg mit dem Oel zeigt sich für Giovanni Di Bennardo auch in den Preisen, die er ab und zu damit gewinnt. Wie etwa beim letztjährigen „Great Taste Award" in London, wo er mit dem bereits mehrfach ausgezeichneten Di Bennardo Extra Vergine, das im Fachhandel und in der Gastronomie erhältlich ist, zwei goldene Sterne für die hervorragende Qualität gewonnen hat.

Di CapuaAuch Nicola Di Capua ist zufrieden mit der diesjährigen Ernte. „Kurz nach Erntebeginn am 20.Oktober setzte ein zweiwöchiger Regen ein", erzählt er. Was ihn freute, denn erst durch ein wenig Regen werde das Oel bekömmlich, erklärt er, andernfalls sei es zu rezent und brauche mehr Zeit, um sich zu setzen, weil der Tanningehalt dann so hoch sei. Sein Olivenhain befindet sich in der Region Molise, an einer Ostflanke des Appennins, weg vom Meer und mit einer ständigen Thermodynamik. Sein jährlicher Ertrag liegt zwischen 24 und 30 Tonnen und geerntet wird traditionsgemäss sehr früh, also bereits in der zweiten Oktoberhälfte. Produziert wird das Oel immer noch in einer steinernen Oelmühle wie anno dazumal und ebenfalls traditionsgemäss bringt er das „olio novello" erst im März auf den Tisch. Als „Tüftler", wie er sich selber bezeichnet, hat er mit seinen aromatisierten Oelen besonders grossen Erfolg. Zum Beispiel mit dem Zitronenöl, von dem er jährlich 1100 Liter mit einer eigens dafür gebauten Maschine herstellt, welche die Zitronen zusammen mit den Oliven presst - 25 Kilo Zitronen auf 100 Kilo Oliven - „ein guter Durchschnitt", wie der Fachmann betont. Nicht nur Zitronen, sondern auch Rosmarin und Peperoncino kommen gut an. Dazu gibt es auch Orangen, Mandarine, Bergamotte, Grapefruit und Lorbeer, welche das grüne Gold noch zusätzlich veredeln und für beflügelnde Geschmackserlebnisse sorgen.

Bezugsquellen: www.dibennardo.com, www.ledelizie.ch

Sarah Coppola-Weber, Januar 2011