18. Mai 2012
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Lust am Genuss mit Verstand

Rafael Pérez, Präsident Slow Food SchweizErste Schweizer Slow Food Messe in Zürich - 11. bis 13. November 2011

Slow Food, 1986 im Piemont gegründet, ist heute eine internationale Non-Profit-Organisation, die sich für gute, saubere und fair gehandelte Lebensmittel einsetzt. Nachdem Italien mit dem „Salone del Gusto" bereits seit 15 Jahren eine eigene Slow Food Messe hat, ist es dieses Jahr auch in der Schweiz soweit. Ideeller Träger der Messe ist der Schweizer Slow Food Verein. GO-Italy sprach mit dem Präsidenten, Rafael Pérez.

Herr Pérez, die erste Schweizer Slow Food Messe trägt den Namen „Slow Food Market". Was verbinden Sie mit einem Markt?
Bei einem Markt denke ich zuerst an den Quartiermarkt meiner Kindheit, zu dem mich die Einkaufstour mit meiner Mutter oft führte. Eine betriebsame Halle, in der alle erdenklichen Düfte schwebten und die Vorfreude auf die angebotenen saisonalen und regionalen Produkte weckten. Solche traditionellen Märkte sind allerdings selten geworden.

Wird sich der Slow Food Market an dieser traditionellen Vorlage orientieren?
Ja. Ähnlich wie beim „Salone del Gusto" in Turin stehen einzelne Regionen mit ihren Produkten und Produzenten im Vordergrund. Die Zürcher Messehallen sind umgestaltet zu Markthallen und folgerichtig gibt es auch mehr Marktstände als Messestände. Wie auf einem grossen Quartiermarkt können die Messebesucher von Stand zu Stand schlendern, probieren, von den Herstellern mehr über deren Produkte erfahren. Es geht darum, Slow Food und damit authentische Lebensmittel hautnah zu erleben, zu riechen, zu schmecken.

Kapernaepfel (Bild www.ilmercato.biz) Kaffeeroeste (Bild www.derkaffee.ch)

Welche Spezialitäten erwarten die Besucher?
Rund 80 Prozent der Aussteller sind Schweizer Produzenten. Und deren Angebot reicht vom ursprünglichen Alpkäse über Fleisch- und Wurstspezialitäten wie die Tessiner Cicitt bis zu luftig-zarten Gebäckspezialitäten aus Fribourg. Aber auch Italien ist mit einigen Ausstellern bzw. deren Produkten wie Olivenöl, Honig, Pasta, Kapern, Wurstwaren und natürlich mit Weinen vertreten, die zahlreich in der Vinothek zu degustieren sind.

Reicht das, um Slow Food erlebbar zu machen?
Es ist ein äusserst wichtiger Schritt in diese Richtung. Slow Food stellt einen ethischen Link zwischen Produktion und Genuss dar. Dabei setzen wir uns für den Schutz der Biodiversität, für die Erhaltung der nachhaltigen Landwirtschaft und des Handwerks und für die Würde der Produzentinnen und Produzenten ein. Diese Begriffe sind sehr weitläufig und zum Teil abstrakt. Der Slow Food Market bietet den Besucherinnen und Besucher nun die Möglichkeit, zu erfahren, wie diese Ideen in der Praxis aussehen. Geniessen und Verantwortung für diesen Genuss übernehmen. Geniessen und den kleinen Produzenten helfen. Geniessen und einen Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Handwerks leisten. Das macht den Slow Food Market so einzigartig.

Herr Pérez, vielen Dank für das Gespräch.

Erste Slow Food Messe/CH

slowfoodmarket.chVom 11. bis 13. November 2011 findet in Zürich erstmals der «Slow Food Market Schweiz» statt. In zwei (Markt)Hallen der Zürcher Messe präsentieren rund 150 Produzenten, vorwiegend aus der Schweiz, aber auch aus Italien, Frankreich und Deutschland, den Besuchern der «Messe des guten Geschmacks» an Marktständen ihr vielfältiges Angebot, wecken den kulinarischen Entdeckergeist und laden ein zum Degustieren, Diskutieren und Einkaufen.

So genannte «Laboratori del Gusto» bieten die Möglichkeit, den Geschmack erlesener wie ursprünglicher Lebensmittel unter professioneller Anleitung zu erleben.

An einer einzigartigen CaffèBar können die Besucher aus 20 verschiedenen Kaffeesorten unterschiedlichster Herkunft auswählen und die Finessen der verschiedenen Röstaromen kennenlernen.
Alle fünf Sinne für einen bewussten kulinarischen Genuss schärft der "Sinnesparcours" von alpinavera.


Infos

Mehr Informationen zur Messe und Tickets unter: www.slowfoodmarket.ch