Das 68. Venedig Filmfestival rollt den roten Teppich aus
Vom 31. August bis zum 10. September 2011 finden die 68.
Internationalen Filmfestspiele von Venedig, die ebenfalls als „Mostra“ bekannt
ist, statt.Neben der Berlinale und den Internationalen Filmfestspielen von Cannes
zählt „la Mostra del Cinema“ zu den drei bedeutendsten Festival der Welt und
ist das älteste im Reigen der drei grossen europäischen Festivals.
Der ersehnte Preis ist der Goldene Löwe, welche an den besten Film des Wettbewerbs verliehen wird. Auch gibt es den Silbernen Löwen, der wird dem besten Regisseur verliehen und ausserdem der grosse Preis der Jury. Für die Anerkennung von Schauspielern und Schauspielerinnen gibt es die bekannten Copa Volpi.
Jurypräsident ist der amerikanische Regisseur Darren Aronofsky (Goldener Löwe 2008 für The Wrestler). Letztes Jahr eröffnete Arnofosky den Wettbewerb um den Goldenen Löwen mit seinem Film „Black Swan“ mit Natalie Portman in der Hauptrolle.
Eröffnung mit George Clooney's
Die Filmfestspiele von Vendig trumpfen in diesem Jahr überall mit
grossen Namen auf. Mit seiner vierten Regiearbeit, dem Politdrama "The Ides of
March", wird George Clooney die Filmfestspiele von Venedig eröffnen. In
dem Thriller spielt George Clooney einen Präsidentschaftskandidaten der
Demokraten, während Ryan Gosling dessen idealistischen PR-Guru in einer nahen
Zukunft der USA verkörpert. Roman Polanski zeigt "Carnage", seine Adaption des
Theaterhits "Der Gott des Gemetzels", in der Jodie Foster, Christoph
Waltz, Kate Winslet und John C. Reilly zwei Elternpaaren, die den Streit ihrer
Schulkinder zu schlichten versuchen, mitspielen.
Im Wettbewerb werden 22 Langfilme gezeigt, darunter ein Überraschungsfilm, der erst im Verlauf des Festivals bekanntgegeben wird. Aus dem Gastgeberland Italien gehen drei Filme in den Löwen-Wettbewerb.
Cristina Comencini in den italienischen Alpen angesiedeltes Liebesdrama „Quando la notte“ erzählt von einer Frau, die sich in ihre Mutterrolle zurechtfinden muss und sich in einen neuen Mann verliebt. Neben dem Debütfilm „L’Ultimo Terrestre“ des Comic-Autors Gipis erhielt auch Emanuele Crialese seine zweite Einladung nach Venedig. In „Terraferma“ stellt er eine Frau aus der Subsahara in den Mittelpunkt, die auf ihrem Weg zum europäischen Festland auf der Insel Lampedusa strandet.
Das 68. Filmfestival von Venedig wird wegen Nacktszenen für
Schlagzeilen sorgen.
Auf Monica Bellucci sind alle gespannt. Mit Spannung wird
beispielsweise der französische Film „Un été brûlant“ erwartet, in dem Monica
Bellucci so zu sehen sein wird, wie Gott sie schuf. Im tragischen Liebesdrama,
mit dem Philippe Garrel bereits zum fünften Mal um den Hauptpreis konkurriert,
geht es um einen Maler der von seiner Frau verlassen wird. Die Rolle des Malers
übernimmt der Sohn des Regisseurs, Louis Garrel. Heisse Sexszenen sind in „A
Dangerous Method“ des Kanadiers David Cronenberg zu erwarten. Der britische
Schauspieler Michael Fassbender, der im Film die Rolle des Schweizer
Psychiaters Carl Gustav Jung übernimmt, ist im Streifen in einer turbulenten
Beziehung mit Keira Knightley verwickelt. Nackt tritt Fassbender auch im Film des Regisseurs Steve McQueen
„Shame“ auf. Er spielt im Drama einen von Sexsucht getriebenen Mann in New York, der
Besuch von seiner jüngeren Schwester erhält.
Zweite Regiearbeit von Madonna
Auch Popkönigin Madonna wird bestimmt einige Aufmerksamkeit auf sich
ziehen. Der Popstar zeigt seine zweite Regiearbeit, das romantische Drama
„W.E.“. Gefilmt vom deutschen Kameramann Hagen Bodganski („Das Leben der
Anderen“) erzählt Madonna darin unter anderem die Geschichte des englischen
Königs Edward VIII, der aus Liebe zu der geschiedenen Amerikanerin Wallis
Simpson auf den Thron verzichtete. Während Colin Firth als Bruder von Edward
VIII. in diesem Jahr den Oscar gewann, könnte Madonna allerdings Häme drohen.
Schliesslich war schon ihr Regiedebut „Filth and Wisdom“ von der Kritik
verspottet worden.
Im Rahmen der Filmfestspiele wird regelmässig ein Goldener Löwe für das
Lebenswerk eines Filmschaffenden vergeben. Bereits im Vorfeld des Festivals
wurde dessen Gewinner bekanntgegeben: der Filmregisseur und Drehbuchautor Marco
Bellocchio der zu den einflussreichsten
Vertretern des zeitgenössischen italienischen Kinos zählt. Er war mit „China
ist nahe“ (1967) und „Buongiorno notte - Der Fall Aldo Moro“ (2003) zweimal in
den Wettbewerb der Filmfestspiele eingeladen worden.
Bekanntlich findet das Festival jedes Jahr im berühmten Palazzo del
Cinema von Venedig stattt. Es gehört, wie schon bekannt, zur Organisation der
Biennale von Venedig aber trotzdem bleibt es ein jährlicher Event der das Beste
des zeitgenössischen Films auszeichnet. Es geht hier allerdings nicht um den
Oscar. Die Eigenschaften des Festivals sind komplett unterschiedlich und
natürlich gibt es eine Adressierung der Preisverleihung in Richtung Autorenkino
von hoher Qualität und anspruchsvollem Stil. Hier geht es allein um Filmkunst,
es gibt nicht den grossen
Filmmarkt, der gerade in Hollywood viel Kommerz bedeutet.
Ohne Zweifel wird das Beste der Kinowelt in Venedig sein. Eine Stadt, die darüber hinaus, besonders im Sommer, mit ihren höchst romantischen Nachtansichten wirklich spektakulär ist. Es fehlt noch zu erwähnen, dass all das am Lido Strand von Venedig stattfindet, auch aus unterschiedlichen Gründen legendär und immer geeignet für festliche Romantik.
Paola Volk, August 2011