Kurzfilm: Enrico Casarosa ein Italiener im Pixar Märchenland.
Aus dem kalifornischen Emeryville kommen die moderne Märchen von Pixar nach dem Steve-Jobs Rezept: genial einfach, aber perfekt bis ins Detail.
Davon träumten Animatoren in der ganzen Welt. Hier wurden moderne Zeichentrickklassiker wie „Toy Story“, „Finding Nemo“ und „Wall-E“ erdacht und dank technischer Neuentwicklungen realisiert.
Auch ein junger Italiener, Enrico Casarosa, hoffte, eines Tages in diesem Königreich Einlass zu finden, und siehe da: das Märchen wurde wahr. Bei Pixar hat er 2002 mit Ratatouille angefangen. Auch beim zehnten Pixar-Film „Up“, die abenteuerliche Ballon-Reise eines grimmigen Rentners nach Südamerika, war der Italiener dabei.
Er habe dann den Wunsch geäussert, einige Ideen für Kurzfilme vorstellen zu dürfen und man habe wohlwollend zugesagt. Sein erster Kurzfilm „La Luna“ hatte im Juni seine Weltpremiere am Annecy International Animation Festival und wird dann 2012 vor Pixars Brave zu sehen sein.
Die reine Produktionszeit habe etwa neun Monate betragen, das Projekt habe ihn aber länger begleitet, weil einfach der richtige Zeitraum gefunden werden musste. Er habe bereits an einem neuen Film gearbeitet, als man noch die Musik für La Luna aufnehmen musste. Vor weniger Tagen hat der Italiener ein 30-sekündiger Clip aus dem 6 Minuten 53 Sekunden langen Gesamtwerk veröffentlicht.
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La Luna ist das zeitlose Märchen eines Jungen, der unter ganz aussergewöhnlichen Umständen erwachsen wird. An jenem Abend wird er zum ersten Mal von Vater und Grossvater mit zur Arbeit genommen. In einem alten Holzboot rudern sie weit hinaus, bis sie das Land nicht mehr sehen können. Dann halten sie an und warten. Eine grosse Überraschung erwartet den Jungen, als er die aussergewöhnliche Arbeit seiner Familie erfährt.
Casarosa fand die Inspiration für den Kurzfilm in seiner Kindheit. Er sei am Meer, in Genua aufgewachsen und sein Vater habe sich oft mit seinem Grossvater gestritten. Er selbst war damals oft in der Situation, dass er sich nicht auf eine Seite schlagen wollte. Die Figuren seien aber nicht nach realen Vorbildern gebaut worden.
Es war seine künstlerische Absicht, das man sich an ein Kinderbuch und Illustrationen erinnert fühlt. Ein grosses Vorbild sei schon immer “Der kleine Prinz” gewesen, allein die Idee eines kleinen Planeten, den man mit wenigen Schritten umwandern kann, fand er faszinierend. Der Kurzfilm wird als mit Wasserfarben illustriertes Buch in die Läden kommen.
Paola Volk, Oktober 2011