Un palco all'opera
Mit
der Oper «Anna Bolena» begründete Donizetti 1830 seinen Weltruhm. Zu
diesem Zeitpunkt hatte er schon 34 Opern geschrieben; jedoch erst mit
dem Königinnendrama konnte er sich dauerhaft neben Rossini und Bellini,
den anderen beiden Hauptvertretern des Belcanto, etablieren...
Un ballo in maschera. Ein Maskenball. Opernhaus Zürich. Oper in drei Akten von Giuseppe Verdi. Un
ballo in maschera stellt den Höhepunkt von Verdis mittlerer
Schaffensperiode dar, welche mit der Trias Rigoletto-Traviata-Trovatore
begonnen hatte. Die Geschichte von der Ermordung des schwedischen
Königs Gustav III durch den Grafen Anckarström auf einem Maskenball im
Jahre 1792...
Es
ist ein grauer Tag, der Tag unserer ersten Begegnung. Ungewöhnlich grau
für das Land der blühenden Zitronen. Sie kommt aus Mailand mit dem Zug.
Wir haben uns am Bahnhof in Como verabredet. Ich bin gespannt auf das
Gespräch mit ihr - der Sopranistin, die mit Bellini und der Amina in
Vincenzo Bellinis Oper La Sonnambula bereits Ende der 80er ihr Debüt
gab...
Vincenzo
Bellinis „Norma“ erzählt die Geschichte einer gallischen
Druidenpriesterin und ihrem inneren Konflikt zwischen ihrer verbotenen
Liebe zu Pollione - einem Feldherrn der römischen Besetzer - und den
Pflichten ihres Amtes. Die Titelrolle in Vincenzo Bellinis Opernwerk
ist eine der schwierigsten Rollen in der Geschichte der Oper...
Die Stadt Zürich hat die Ehre
einem Künstler mit einer warmen und tiefen Stimme, die auf der ganzen
Welt berühmt und in allen Opernhäusern bekannt ist, Gastfreundschaft zu
gewähren. Carlo Colombara wird während der Saison 2010/2011 ganze vier Mal im Zürcher Opernhaus anwesend sein...
Wie begann Deine Leidenschaft zu der Oper?
Eine
sehr wichtige Rolle spielen dabei immer Familie und Erziehung. Ich bin
in einem Ambiente leidenschaftlicher Opernfreunde aufgewachsen. Mein
Vater studierte Gesang, obwohl er nie in diesem Bereich eine Karriere
geplant hatte. Ich war bereits als Kind vom legendären Beniamino Gigli
sehr beeindruckt, und als meine Stimme herangereift war, begann ich mit
Gesangsunterricht.
Welche sind Deine Vorbilder?
Hauptsächlich sind
für mich zwei Figuren wegweisend gewesen. Einerseits Beniamino Gigli ,
dessen Tonaufnahmen ich schon als Kind hörte, und Franco Corelli, dem
ich durch glückliche Fügung live im Theater lauschen durfte. Dieser
Moment beeindruckte mich enorm und ich schätzte ihn als Künstler sehr.
Ich höre sehr gerne Opern und erinnere mich lebhaft an den 60-iger
Jahre, als Pavarotti, am Anfang seiner wunderbaren Karriere, im Radio
die grossen Werke zu singen begann..
Liebe und Politik, unheilvoll und unentrinnbar miteinander verknüpft - das ist der Ausgangspunkt für die meisten Opern Giuseppe Verdis. In «Simon Boccanegra», Verdis wohl düsterstem Werk, bildet der Machtkampf zwischen Plebejern und Patriziern im 14. Jahrhundert die Folie für den tragischen Konflikt zwischen dem Dogen Simon Boccanegra, seiner verschollen geglaubten Tochter Maria, deren Geliebten, dem Verschwörer Gabriele Adorno, und Paolo Albiani, der Maria ebenfalls liebt und schliesslich zu Boccanegras Mörder wird.
«Simon Boccanegra» ist nicht schlechter als viele andere meiner Opern, die mehr Fortüne hatten, aber für diese braucht man vielleicht eine gepflegtere Aufführung und ein Publikum, das zuhören will. – Wir armen Landstreicher, Scharlatane und wie sonst noch ihr uns nennen wollt, wir müssen unsere Mühen, Gedanken, Leidenschaften um des Mammons willen verkaufen, und das Publikum erkauft sich für drei Lire das Recht, uns auszupfeifen oder zu beklatschen. Unser Schicksal will, dass wir uns damit abfinden: das ist alles.
Giuseppe Verdi