Pasquale Gigliotti e la Calabria
Ein Bild, unperfekt perfekt zu malen und ein Bild perfekt unperfekt zu malen ist sein Ziel. Das Lebendige festzuhalten, sich mit Schattierung, Wölbungen, Haut und Haar zu befassen lassen ihn unermüdlich arbeiten.
Pasquale Gigliotti hat während all den Jahren eine sehr persönliche Stilrichtung entwickelt: fotorealistisch und plastisch, verbunden mit detailverliebten Spielereien, die den Betrachter reizen sollen seine Werke auf immer neue Weise zu entdecken.
Seine eigene Art lässt Pasquale Gigliotti aus dem Herzen malen, ohne irgendwem zu nahe treten zu wollen.
Seine Vorliebe für die „femme fatale" kommt dabei ebenso zum Ausdruck, wie auch seine Suche nach metapherreichen Bildnissen aus der Tierwelt, welche die wirtschaftspolitischen Wirren unserer Zeit widerspiegeln.
In einem persönlichen Gespräch beschreibt der Künstler Pasquale Gigliotti, der in Sambiase geboren wurde, seine Erinnerungen an vergangene Zeit in seiner Heimat Kalabrien.
Herr Gigliotti, Sie sind seit vielen Jahre in der Schweiz. Erzählen Sie und Ihre Erinnerung an ihre Kindheit in Kalabrien.
Nun ja, da ist bei mir nicht mehr so vieles präsent. Nachdem ich als 7jähriges Kind mit meinen Eltern in die Schweiz immigriert bin, bleiben einem nicht mehr so viele Erinnerungen haften.
Was mir geblieben ist? Hmmh? Ich habe da wirklich nur noch sehr vage Erinnerungen. In Kalabrien gibt es aber die besten Feigen. Mein Grossvater brachte jeweils die süssen grünen und Aubergine farbigen Früchten frisch ab den eigenen Feigenbäumen gepflückt und liebevoll eingehüllt in deren grossen, grünen Blättern, nach Hause.
Höhere Berge, steilere Küste, kleinere Strassen, kuscheligere Orte. Welche sind ihren ganz persönlichen Lieblingsorte in Kalabrien?
Die eigenen Gärten meiner liebsten Verwandten. Im Übrigen besuchte ich mit meinen Cousins sehr oft auch das Meer und Orte, wie Tropea, Coreca, Pizzo, Catanzaro Lido oder die „Sila" (auch die kleine Schweiz genannt! Weil es dort so viele Seen hat und im heissen Sommer so angenehm kühl ist ). All diese Orte haben einen ganz eigenen speziellen und individuellen Charme. Aber man muss diese Orte selber gesehen und erlebt haben. Es ist sehr schwierig, die damit verbundenen Gefühle und erlebten Eindrücke weiter zu vermitteln.
Wie ist heute Ihre Beziehung zu Kalabrien?
Mit dem älter werden, fühle ich mich zunehmend zu meiner Heimat verbunden und zu meinem Ursprungsort hingezogen. Vermutlich werde ich in den kommenden Jahren vermehrt meine Urlaube in Kalabrien verbringen wo ich eine vielzählige Verwandtschaft habe.
Gibt es Momente, wo Sie ihre Heimat vermissen?
Ja sicher! - Zwar nicht mehr so oft, wie früher, aber ab und an überfällt mich auch heute noch, eine innere Sehnsucht nach meinem Heimatsort. Dies ist meistens, dann der Fall, wenn das Wetter hier für einen längeren Zeitraum grau, trüb und regnerisch ist und dies dann sehr stark auf meine Gefühle und Stimmung drückt.
Welche Adjektive beschreiben am besten Ihre Heimat?
Schmunzelt...! - Da kommen mir nicht so viele Eigenschaften in den Sinn, ich würde mal folgendes sagen: heisse Sonne; warmes, stahlblaues Meer; trockene, sommerliche Dürre; fast Wüstenhitze; lange, helle Sandstrände; atemberaubende Küsten und Meeresstrände; aber auch Schweiz ähnliche Seen und Hügellandschaften; malerische Buchten und Klippen; reizvolle kleine Städtchen; traditionelle Trachten und das heimische Handwerk.
Gibt es etwas typisch Italienisches in Ihrem täglichen Leben, ohne das Sie nicht leben können?
Ja, ganz klar! - Einen guten, starken, cremigen, dunkelbraunen Espresso, der jeden Morgen mich und alle meine Lebensgeister weckt!
Zum Schluss: welche Werte oder Wertvorstellungen haben Sie aus Kalabrien in die Schweiz mitgebracht, welche Sie in Ihrem täglichen Leben begleiten?
Da gibt es einige: Die gute Beziehung in der Familie, das ausgeprägte Zugehörigkeitsgefühl, der starke Zusammenhalt, die gegenseitige Unterstützung in guten, wie in schlechten Zeiten, die Bereitschaft „Glück und Leid" gleichsam zu teilen, Fairness in allen Lebensbereichen walten zu lassen, nach dem Motto „Leben und Leben lassen" sowie der Drang nach der Verwirklichung der eigenen Ziele und des eigenen Lebensstils und stets vorwärts zu denken und schreiten, um nicht stehen zu bleiben. Diese scheinen mir als einige der höchsten Werte zu sein, die ich von Kalabrien und natürlich aber auch von meinen geliebten Eltern auf meinen Lebensweg mitbekommen habe und mich bis heute täglich begleiten.
Paola Volk, September 2011
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Bis Ende 2011 werden die Italienische Handeslkammer für die Schweiz (CCIS) und
GO-Italy die Destination Kalabrien, im Rahmen einer gemeinsamen
Zusammenarbeit, auf besondere Art vorstellen. Die Förderung von
Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und Kalabrien sowie die Entwicklung von
wirtschaftliche Aktivitäten sind ein
wichtiger Bestandteil des Projektes. Zudem bietet die Region Kalabrien eine idyllische Küste, blaues Meer, eine phantastische Gastronomie, hochklassige Weine, viel
Kultur und eine besondere Geschichte. Natürlich sind die "Calabresi" sehr
Gastfreundliche und wunderbare Leute. Solche Aspekte wollen wir Ihnen näherbringen.
Calabria: "Voglia di meraviglia!".


