Winterpause
Fast jeden Winter wieder erzählte mir meine italienische Grossmutter Evelina die Geschichte von einer Frau aus ihrem Dorf, die sich im Winter tatsächlich nie traute aus dem Haus zu gehen und die den ganzen Tag im Bett verbrachte. Sie bekam die Lebensmittel einmal in der Woche von einem Jungen gebracht ins Haus und hörte den Sonntagsgottesdient im Radio. Sie bekam auch ungern Besuche bei ihr und verzichtete auf das normale Leben, welches sie in den wärmeren Jahreszeiten führte.
Als ich klein war fand ich das Führen eines solchen Leben den absoluten Unsinn, da es für mich höchst wichtig war, sobald der Winter eintraf, mich in den Schnee zu werfen und mit dem Schlitten den grössten Spass zu erleben. Wie kann man nur so etwas verpassen wollen? Auch die Nonna Evelina hatte zwar eher Angst vor dem Schnee und nähte für mich jeden Winter neue Bettsocken aus kuscheliger Wolle. Wir genossen das Plaudern vor dem Kaminfeuer und wärmten das Bett mit dem „mattone“, ein Backsteinelement, den die Nonna vor dem Einschlafen im Cheminèe heiss machte und danach mit Zeitungspapier umwickelte. Danach lag sie ihn ins Bett, das einen feinen angenehmen Schlaf garantierte!
Heute hingegen sorgt mein Liebster für ein warmes Liegen!
Eva Gallo, Dezember 2010
Diese Schriften erzählen die Erlebnisse von Eva Gallo, Wirtschaftsjuristin, Freelance Redakteurin und vieles mehr! Nachdem Sie einige Zeit in Italien gelebt hat, erlebt sie momentan die Schweizerrealität. So oft wie möglich ist sie unterwegs und kehrt mehrmals jährlich zurück nach Italien. Somit erlebt sie die Freude von beiden Realitäten, im guten und im schlechten Sinne!