22. Mai 2012
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Die neue Italienische Regierung

Diesmal erlaube ich mir ein zeitgemässes Argument zu behandeln und werde ein paar Worte über die neue italienische Regierung von Mario Monti schreiben. Erstaunlich ist, wie sich in Italien alle politischen Gruppen über eine dringende Lösung im Namen der Krise einig waren und wie diese Einigkeit mit dem neuen Gouverneur besiegelt wurde.

Mario Monti und dessen ernannten Minister werden als „Techniker" betrachtet, da die meisten in renommierten Universitäten Norditaliens als Professoren tätig sind. Gesagt wurde, dass es in Italien noch nie eine solche „nordische" Regierung gegeben habe. Obwohl es nicht Montis Absicht war, den Verdacht zu erregen, dass die Norditaliener regierungstüchtiger seien, hat sich die Lega Nord zurückhaltend gegeben, da die Bossi Gruppe verlangte sofort die Wahlen durchzuführen.

Für weitere Kritik sorgte der neue italienische „Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Infrastruktur und Verkehr" Corrado Passera. Nach neun Jahren an der Spitze von Italiens zweitgrößten Bankengruppe Intesa Sanpaolo war wohl ein Wechsel fällig. Die Herkunft aus einer grossen Bank hinterlässt grossen Zweifel bei der linken Strömung der italienischen Politik, zumindest wegen Passeras Aufmerksamkeit für die sozialen Aspekte der Wirtschaftskrise.

Grosses Erstaunen sorgte die Wahl von 3 Frauen an wichtigen Ministerien: Die erste Innenministerin des Landes ist die 67 Jahre alte Anna Maria Cancellieri. Geschrieben wurde, dass niemand sich so gut wie sie in der Kommunalverwaltung auskenne. Das Justizdepartement wird von Paola Severino, einer Strafrecht Professorin geführt, und das Arbeitsministerium hingegen wird von der 63 Jahre alten Ökonomieprofessorin Elsa Fornero verwaltet.

Viel Erfolg, Geduld und Mut wünsche ich der Italienischen Regierung!