22. Mai 2012
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Ljuba Manz: "Meine Mutter hatte mir als Kind immer neapolitanische Lieder auf Russisch gesungen"

Ljuba Manz (Photo Juri Junkov)Im 2009 hat das St. Gotthard sein 120-jähriges Bestehen gefeiert. Was für ein Gefühl ist es für Sie, an der Spitze von einer Dynastie zu sein, die nun bereits die 4. Generation erreicht hat und zu der auch das Euler in Basel und das Continental in Lausanne angehört?
Es ist eine grosse Freude und zugleich Ehre für mich als Frau, die in die Manz Hoteliersdynastie eingeheiratet hat, diese besondere Verantwortung gegenüber den Gästen, Mitarbeitern und der Familie wahrzunehmen sowie die Firma würdevoll und abgesichert in die Hände der nächsten Generation zu legen. Nebst dem Hotel St. Gotthard Zürich, Continental Lausanne und Hotel Euler Basel sind auch das Hotel City Inn in Basel und das Hotel de la Paix in Genf im Besitz der Familie Manz.

Seit einiger Zeit spricht man viel über den starken Franken und die möglichen Auswirken im Tourismus. Wie läuft es bei Ihnen? Spüren Sie den starken Franken und die Wirtschaftskrise?
Grundsätzlich spüren wir die Stärke des Schweizer Franken, aber eine Unternehmung, die seit 120 Jahren besteht, konnte schon andere schwere Zeiten überwinden wie die Oel- und Immobilienkrise sowie zwei Weltkriege. Im Weiteren gab es schon früher starke Währungsschwankungen als z.B. die Deutsche Mark mit einem Wechselkurs von 1.20 ähnlich zum Schweizer Franken stand wie heute der Euro.

Wie bereits angesprochen, feierte das Hotel St. Gotthard sein 120. Jubiläum. Auch dieses Jahr feiern Sie ein wichtiges Jubiläum: 75 Jahre Hummerbar. Ein Erreichen, dass viel Ansehen verdient.
Herr Caspar Manz und sein Vater reisten oft nach Paris und gründeten zunächst eine Bar. Es war dann Caspar Manz Pionierleistung, die heutige Hummerbar ins Leben zu rufen. Bei der Eröffnung wurden gerade mal 6 Austern verkauft, die restlichen 94 hat er selber gegessen. Heute sind Austern zu einem „must" geworden. Unser Küchenchef Filipe Alloin, ein junger exzellenter französischer Chef, setzt diese Tradition fort. Es ist sehr befriedigend und schön zu sehen, wenn die Gäste schon in der dritten Generation zu uns kommen.

Hotel St. Gotthard, Zürcher Bahnhofstrasse Hummer-Bar

Unter den vielen Jubiläums-Veranstaltungen hat es einige, die für ein Gourmet-Publikum bestimmt sind. Am vergangenen 21. September organisierten Sie ein Gala-Dinner mit Weinen von Marchesi de‘ Frescobaldi mit Beisein von Leonardo Frescobaldi. Am kommenden 18. November findet ein Nachtessen mit einem Menü von Reto Mathys statt. Das Menü wird von Weinen vom Weingut Gagliole di Castellini in Chianti begleitet, das im Besitz vom Zürcher Bankier Thomas Bär ist. Das ist sicherlich kein einfaches Handelsgeschäft. Hier sind wahrscheinlich auch Gefühle, langjährige Beziehungen und Freundschaften im Spiel. Stimmt's?
Auch von Generation zu Generation sind wir seit 120 Jahren mit den Besitzern der Bank Julius Bär an der Bahnhofstrasse befreundet. Es ist eine Wertschätzung, dass sich Thomas Bär als Bankier für eine gute Esskultur, zu der ein guter Wein gehört, einsetzt.

Mit Reto Mathis waren wir ebenfalls schon mit seinem Vater befreundet, der die Courage hatte, auf 2500 Metern ein gastronomisches Konzept zu verwirklichen. Es ist bewundernswert, wie es der Familie Mathis gelungen ist, auf 2500 Meter ein derart hohes gastronomisches Niveau zu erreichen, welches quasi mit der Hochgebirgslage mithält.

Ihre Beziehung zu Italien ist sehr stark. Ein Grund dafür dürfte die Tatsache sein, dass Sie  einige Monate im Jahr auf der Insel Ischia verbringen und dass Ihre Kinder in Italien studiert haben. Wie ist dieses Verhältnis zu Italien entstanden und wie wurde es in den Jahren verstärkt?
Meine Mutter hatte mir als Kind immer neapolitanische Lieder auf Russisch gesungen. Italien habe ich wie alle Russen immer in meinem Herzen getragen und geliebt! Meinen Kindheitstraum habe ich dann bei meinen eigenen Kindern verwirklichen können, indem ich sie in Italien aufwachsen liess.

Ihre Familiendynastie hat mit Ihren Söhnen Michael und Alexander die 4. Generation erreicht. Können wir davon ausgehen, dass Ihre Familie auch in Zukunft eine Hauptfigur in der Schweizer Hotellerie spielen wird?
Si, tutto è in mano di Dio.

November 2011

Hotel St. Gotthard

Hotel St. Gotthard, Zürcher Bahnhofstrasse


Event 18. November 2011

Reto Mathis ist Chefkoch und Besitzer des Restaurant „La Marmite", Europas höchstgelegenem Gourmetrestaurant 2486 Meter über Meer auf der Corviglia, dem Hausberg von St. Moritz. Auch einen Namen gemacht hat sich Reto Mathis als weltweit gefragter Gastkoch und Gründer des St. Moritz Gourmet-Festival. Legendär sind seine Trüffel- und Kaviarspezialitäten; in Zürich wird sein Menu natürlich dem Thema Hummer gewidmet.

Reto Mathis

In Gagliole, inmitten der Hügel von Castellina in Chianti, verwirklichen Monika und Thomas Bär-Bettschart mit Sorgfalt und Hingabe einen Traum, der seine Wurzeln in fernen Zeiten hat. Dank Tradition, modernster Technik und Erfahrung ist es ihnen zusammen mit ihrem professionellen Team gelungen, weltweit anerkannte Weine zu produzieren, welche die einzigartige Ausstrahlung Gaglioles verkörpern.

Thomas Bär

Weingut Gagliole


Infos & Anmeldung

Hummer-BarDas grosse Gourmet-Event findet am 18. November in der Hummerbar des Hotels St. Gotthard statt, ab 19 Uhr. Aktuelle Informationen über Preise und Menu finden Sie auf www.hummerbar.ch