"El Pampa" Sosa, ein Italo-Argentinier mit neapolitanischem Herz
Wir treffen Roberto Carlos Sosa „El Pampa“ im Restaurant Positano in Zürich. Die wenigsten wissen, dass der ex-SSC Napoli Star seit drei Monaten beim FC Rapperswil spielt. „El Pampa“ soll die Mannschaft von Präsident Rocco Delli Colli in die Challenge-League führen. Der 36-jährige Profi-Fussballer aus Argentinien hat in Italien u.a. für Udinese und eben SSC Neapel gespielt, wo der langgewachsene Stürmer Zeichen gesetzt hat. Er war im Wiederaufbau der Neapolitaner von Anfang an dabei und seine entscheidenden Tore haben die Mannschaft in kurzer Zeit wieder in die Serie A gebracht.
So was vergisst man in Neapel nicht, stimmts El Pampa?
Ja, ich habe immer noch Kontakt zu meinen Freunden und Fans in Neapel, werde auch oft von privaten Radiostationen in Neapel interviewt. Wenn ich an meiner Zeit in Neapel zurück denke, kommen bei mir die Emotionen hoch.
Erzählen Sie uns!
Ich kam nach Neapel, als die Mannschaft in die Serie C relegiert wurde. Wir hatten nur einen Trainingsplatz. Im ersten Training waren wir zu viert. Unser Masseur ging in ein Sportgeschäft, um Traininganzüge und Bälle zu kaufen. Das war der Anfang des neuen SSC Napoli. Ab dann gings bergauf. Ich konnte für diese Mannschaft viele wichtige Tore schiessen. Bei jedem Tor war die Hölle los. Unvergessliche Momente.
Weshalb spielen Sie nicht mehr dort?
Nach dem Wiederaufstieg mit Neapel in die Serie A wollte ich zurück nach Argentinien. Ich erhielt einen Vertrag mit Gimnasia de la Plata. Leider hat nicht alles so geklappt wie ich es mir vorgestellt hatte. Argentinien hat als Land grosse Probleme, das ist eine riesige Enttäuschung für mich.
Woher kommt der Spitzname „El Pampa“?
Ich komme aus einer Gegend in Argentinien, unweit von Buenos Aires, die in der Provinz Pampa liegt.
Und den Weg zum FC Rapperswil?
Nach Argentinien erhielt ich eine Möglichkeit beim US San Remese, in Ligurien (Lega Pro). Auch das war ein kurzes Gastspiel (Finanzielle Probleme des Vereins, Verhaftung des Präsidenten, Anmerkung der Redaktion). Der Kontakt zum FC Rapperswil kam durch einen Freund von mir zustande.
Gefällt Ihnen die Schweiz?
Sehr! Eine wunderschöne Landschaft, eine hervorragende Organisation, gut vernetzte Verkehrsverbindungen und die Mentalität der Leute.
Wo spielen Sie nächste Saison?
Das ist eine gute Frage. Mit 36 fühle ich mich immer noch stark und bereit für neue Herausforderungen. Ich bin der Besitzer meines Spielpasses und mein eigener Manager. Ich bin offen für konkrete Vorschläge. Die Schweiz ist eine Option.
Was vermissen Sie hier, abgesehen von Ihrer Familie, die momentan noch in Ligurien wohnt? Frische Mozzarella di Bufala. Solche die man nur in Neapel finden kann.
Antonio Iacovazzo, Mai 2011